Eine kleine Fallstudie zu einem aktuellen Onlineshop: Was wirklich zählt, was vernachlässigt werden kann – und worauf es auch heute, am 09. Juli 2026, noch ankommt.
Alle reden von GEO – Generative Engine Optimization. Von ChatGPT, Perplexity und Co., die Google ablösen sollen. Aber was passiert wirklich? Kommen schon Kunden über KI-Suchmaschinen? Und wenn ja: Kaufen sie auch?
Ich wollte es genau wissen. Also habe ich einen kleinen Datensatz der letzten 270 Bestellungen nach ihrer Traffic-Quelle ausgewertet. Kein Modell, keine Hochrechnung – echte Zahlen aus dem Live-Betrieb.
Zeitraum: ca. 5 Monate
Transaktionen: 270
Gesamtumsatz: € fünfstellig
Erfolgsquote: 99,6 % (nur 1 Fehlschlag)
Klein, ja. Aber ehrlich – und darum aussagekräftig.
| Quelle | Käufe | Anteil | Erfolg |
|---|---|---|---|
| Organisch: Google Top | 158 | 58,5 % | 99,4 % |
| Direkt | 93 | 34,4 % | 100 % |
| ChatGPT (chatgpt.com) 100 % | 8 | 3,0 % | 100 % |
| 5 | 1,9 % | 100 % | |
| Google App (Android) | 3 | 1,1 % | 100 % |
| Bing | 2 | 0,7 % | 100 % |
| Ecosia | 1 | 0,4 % | 100 % |
| Gesamt | 270 | 100 % | 99,6 % |
Quelle: Eigene Auswertung · Erhebungszeitraum 5 Monate

Fast 6 von 10 Kunden kommen über die klassische Google-Suche. Wer heute glaubt, SEO sei ein auslaufendes Modell, verkennt die Realität. Google organisch ist die klare Nummer eins – und wird es noch eine Weile bleiben.
Trotzdem: Der Anteil wird vermutlich sinken, aber in die Zukunft kann keiner schauen.
Wer deine Seite / Onlineshop direkt aufruft, gibt am meisten aus. Das sind deine zufriedenen Kunden, deine Wiederkäufer, User die deine Marke im Kopf haben. Diese Beziehung ist Gold wert – und sie entsteht nicht durch SEO-Tricks, sondern durch echte Qualität, Vertrauen und einer langfristigen Partnerschaft.
Nur 3 % der Käufe kommen von chatgpt.com. Klingt nach Randnotiz. Aber schau genauer hin: 8 von 8 haben gekauft. 100 % Abschlussquote.
Kein Warenkorbabbruch. Kein Zögern. Wer über ChatGPT kommt, hat sich vorher informiert, die Optionen abgewogen und die Kaufentscheidung faktisch schon getroffen. Die Website ist nur noch der letzte Klick.
Das ist die neue Realität: KI ersetzt den Vergleichs- und Recherchekanal. Und wer dort nicht sichtbar ist, existiert für diese Kunden nicht.
SEO ist nach wie vor das feste Fundament. Ohne solides SEO ist GEO schlicht nicht möglich – denn die grossen Sprachmodelle bedienen sich exakt an denselben Signalen, die auch klassische Suchmaschinen bewerten.
Vor allem technical SEO spielt dabei eine zentrale Rolle.
Die vier grossen KI-Crawler – GPTBot (ChatGPT), ClaudeBot (Anthropic), Google-Extended (Gemini) und PerplexityBot (Perplexity) – nutzen dieselben technischen Grundlagen wie Googlebot: eine saubere robots.txt, aktuelle XML-Sitemaps und eine logische interne Verlinkung. Wer diese Basics vernachlässigt, wird es bei LLMs schwer haben.
ChatGPT beispielsweise stützt sich zusätzlich auf den Bing-Index als Datenquelle – wer bei Bing nicht indexiert ist, hat auch bei ChatGPT schlechte Karten.
Strukturierte Daten (Schema.org, JSON-LD) sind der grösste Hebel. Sie liefern den LLMs nicht nur Inhalte, sondern maschinenlesbaren Kontext: Wer ist der Autor? Was ist ein Produkt, was eine FAQ, was ein Preis? Genau diese Klarheit brauchen Sprachmodelle, um deine Marke, deine Produkte und deine Autoren als Entitäten in ihrem internen Wissensmodell zu verankern.
Diese kleine Studie zeigt zwei Dinge klar: SEO lebt – aber GEO kommt. Und wenn du heute nicht anfängst, deine Inhalte für generative KI-Suchmaschinen zu optimieren, wirst du in 12 Monaten aufholen müssen, während andere ernten.
Die 8 ChatGPT-Kunden von heute sind die 80 von morgen. Und in zwei Jahren vielleicht die Hälfte deiner Umsätze.
Trozdem gilt: SEO ist das Fundament für gutes GEO.

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